Sonntag, 05.07.2015

Mann zwingt 13-Jährigen in Bahnhofstoilette zu Sex

Gericht: 51-Jähriger zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt - Täter »steht eher auf Frauen« und wird in der Psychiatrie untergebracht

Prozess vorm Land­ge­richt Würz­burg
Freitag, 08. 02. 2013 - 00:00 Uhr

Ei­ne Vor­stra­fe wur­de ihm zum Ver­häng­nis: Weil er be­reits we­gen des Be­sit­zes kin­derpor­no­gra­fi­scher Bil­der ak­ten­kun­dig war, konn­te ein Hilfs­ar­bei­ter aus dem Kreis Würz­burg nach dem schwe­ren se­xu­el­len Miss­brauch ei­nes 13-jäh­ri­gen Schü­lers aus­fin­dig ge­macht und ver­haf­tet wer­den. Das Land­ge­richt Würz­burg hat den 51-Jäh­ri­gen nun ver­ur­teilt.

Der Angeklagte muss für drei Jah­ren und neun Mo­na­ten ins Ge­fäng­nis. Pädofile Neigungen hat der Mann nach den Erkenntnissen eines Gutachters nicht, nach eigenen Worten steht er »eher auf Frauen«, hatte aber auf Raststätten und Parkplätzen regelmäßig sexuelle Kontakte zu Männern. Auch am 21. Oktober 2011 war er auf der Suche:

In der öffentlichen Toilette am Würzburger Busbahnhof wurde ein 13-jähriger Schüler, der dort seine Notdurft verrichtete, sein Opfer. Der Angeklagte »wollte Sex mit einem Mann und konnte seinen Plan nicht mehr ändern, als er erkannte, dass es ein Kind war«, sagte der Vorsitzende Richter Claus Barthel. So hat es der psychiatrische Sachverständige aufgrund einer Intelligenzminderung in seinem Gutachten festgestellt.

Den Schüler in der Nachbarkabine hatte der Angeklagte erst durch ein Loch in der Trennwand beobachtet, bevor er an die Tür klopfte. Als der 13-Jährige öffnete, drängte sich der Mann in die Kabine, dort ließ der völlig verängstigte Junge den Oralverkehr über sich ergehen. Gewalt angewendet hat der Täter nicht: »Er war fast höflich«, sagte Barthel. Dass der 51-Jährige dem Schüler anschließend zehn Euro anbot, »war ein schlechter Zug von ihm, egal ob das als Belohnung oder als Lockmittel gedacht war«, betonte der Vorsitzende.

Gefasst wurde der Mann, weil der Junge sich noch am selben Tag seiner Mutter anvertraute und DNA-Spuren an ihm gesichert werden konnten. Wegen seiner Vorstrafe sind die genetischen Merkmale des 51-Jährigen in der Datenbank der Kriminalpolizei gespeichert, Ende März 2012 wurde er verhaftet. Dass er ein umfassendes Geständnis ablegte und seinem Opfer damit den Auftritt im Zeugenstand ersparte, wertete das Gericht zu seinen Gunsten. »Er ist offensichtlich schuldeinsichtig und bereut die Tat«, so der Vorsitzende.

Wegen seiner Intelligenzminderung sei der Hilfsarbeiter in der Schuldfähigkeit eingeschränkt, ohne intensive Therapie seien ähnliche Taten von ihm auch in Zukunft zu erwarten. Deshalb ordnete das Gericht, auch auf Wunsch des Angeklagten selbst, die Unterbringung in der Psychiatrie an. »Was man einmal getan hat, das kann man nicht mehr ändern. Aber man kann beeinflussen, was noch vor einem liegt«, so der Vorsitzende. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre, der Verteidiger drei Jahre und zwei Monate Haft beantragt. Patrick Wötzel

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