Sonntag, 02.08.2015

Dritter Anlauf zur neuen Stadthalle für Lohr

Kommunalpolitik: Heute Entscheidung über den Entwurf - Große Pläne schon zweimal von den Bürgern gestoppt

Lohr Dienstag, 11.12.2012 - 20:08 Uhr

Vor der Stadt­rats-Win­ter­pau­se bis zum 23. Ja­nuar will Lohr beim größ­ten und lang­wie­rigs­ten Bau­pro­jekt noch ei­nen Schritt nach vorn ma­chen. »Stadt­hal­le zum Drit­ten« heißt es heu­te in der Schluss­sit­zung. Kei­ne Ver­s­tei­ge­rung, son­dern der drit­te An­lauf zum Bau steht vor der ent­schei­den­den Ab­stim­mung: Der Ent­wurf für den Bau zwi­schen Rex­roth-Werk und Main soll ab­ge­seg­net, der Bau­an­trag ge­s­tellt wer­den.

Stadthallenentscheidungen in der normalerweise politikfrei weihnachtsfriedlichen Rück- und Ausblickssitzung entwickeln sich zur Tradition in Lohr. Im vorigen Jahr stellten sich die neuen Generalplaner, das Architektenduo Martin Bez und Thorsten Kock vor, diesmal präsentiert das Stuttgarter Büro den Entwurf, der im Lauf des Jahres entstanden ist.
Ob es der große Wurf wird, nachdem die Lohrer Wähler 2004 und 2009 schon zweimal per Bürgerentscheid Stadthallenpläne zur millionenteuren Makulatur gemacht haben, wird sich bei den Kosten entscheiden. An rund 30 Millionen Euro für die Kombination aus Stadthalle und Hallenbad, war das »Forum Lohr« vor drei Jahren gescheitert.
Für das Hallenbad hat Lohr inzwischen die kleine Lösung verwirklicht und für rund vier Millionen Euro ein zusätzliches Becken ans vorhandene Bad angebaut. Bei der Stadthalle startete der neue Anlauf mit strenger Kostenvorgabe - nicht mehr als zehn Millionen Euro sollten es werden.
Wachsender Wunschzettel
Das hätten die Architekten auch planen können, doch statt Billigmodell wählte der Stadtrat in großer Mehrheit die gehobenere und größere Variante für den neuen siebeneckigen Baukörper - und war damit flugs wieder bei 14 Millionen. Die erst groß geplante, dann verkleinerte Tiefgarage wuchs wieder von 52 auf 100 Stellplätze - nochmals 800 000 Euro mehr. Und Fotovoltaik auf dem Dach, Wärmepumpen im Boden und Gasbrennwertkessel kommen als energetische Extrawünsche für über eine halbe Million dazu, so dass die Summe bereits wieder bei 15,4 Millionen ist.
Schuldenfreiheit ade
Auch das ist nur »netto«, wie immer angemerkt wird, denn die Mehrwertsteuer will sich das steuerstarke Lohr vom Fiskus zurückholen. Weitere stadthallenbedingte Kosten sind noch gar nicht dabei: die rund 200 Stellplätze im Freien, die mit Getöse entschiedene Verlegung des bei Jugendlichen beliebten Skaterplatzes. Auch die Innenausstattung ist noch in keiner Kostenberechnung aufgetaucht.
Mit hoher Mehrheit standen die Stadtratsfraktionen bisher hinter dem Projekt. Doch das Dahinschmelzen des Lohrer Rücklagenbergs und der Gang der gerade schuldenfrei gewordenen Stadt in die Neuverschuldung ab 2015 sorgten schon zur Haushaltsberatung in der vorigen Woche für Ablehnung der SPD und Grünen samt nicht ausgefochtenem Stadtratskrach. Damit verspricht die Stadthallenabstimmung etwas mehr Spannung als bisher. Eine Mehrheit wird sich finden, der Schwenk von Schwarz-Grün auf Zusammenarbeit mit den Freien Wählern erweist sich für CSU-Bürgermeister Ernst Prüße als komfortables 15:10-Verhältnis, hat ihm aber eine wieder kritikfreudigere Opposition gebracht.
Noch vor dem Planungsjubiläum?
Im Herbst 2015 soll die Eröffnung gefeiert werden - eine Verspätung kann sich die Stadt kaum leisten. Denn 2016 könnte die 25-Jahr-Feier der Stadthallenplanung gleich mitlaufen. 1991 war der Ersatz für das erste große Nachkriegsprojekt Lohrs schon auf dem Ratstisch. Klaus Fleckenstein

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