Donnerstag, 02.07.2015

Trotz Freispruch: Lehrer darf nicht in Schule zurück

Ministerium: Nach Prozess neue Bewerbung nötig

Darmstadt
Mittwoch, 22. 02. 2012 - 00:00 Uhr

Ob­wohl sei­ne Un­schuld in­zwi­schen rechts­kräf­tig fest­ge­s­tellt ist, kommt der vor zehn Jah­ren we­gen Ver­ge­wal­ti­gung zu­nächst ver­ur­teil­te Leh­rer nicht au­to­ma­tisch in den Schul­di­enst zu­rück. Der frühe­re Bio­lo­gie­leh­rer müs­se sich er­neut be­wer­ben, teil­te das hes­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ges­tern mit.

»Seine Eignung für die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen muss wie bei jeder Einstellung in den hessischen Schuldienst geprüft werden.«
Das Landgericht Darmstadt hatte den Mann 2002 wegen der Vergewaltigung einer Kollegin an der Schule in Reichelsheim (Odenwaldkreis) zu fünf Jahren Haft verurteilt. In der Folge wurde dem angestellten Lehrer gekündigt.
In einem neuen Verfahren sprach das Landgericht Kassel den 52-Jährigen vergangenen Sommer frei (wir berichteten). Der Bundesgerichtshof hat den Freispruch vor wenigen Tagen bestätigt (wir berichteten).
Die Haftstrafe hat der Verurteilte komplett abgesessen. Der Mann aus dem saarländischen Völklingen verlangt nun eine Entschädigung vom Land Hessen. Bei einem Pauschalbetrag von 21 Euro pro Tag stünden ihm fast 40 000 Euro zu, sagt sein Anwalt Hartmut Lierow. Hinzu kämen entgangene Zahlungen für Versorgungsansprüche. Sein Mandant lebe heute von Hartz IV. dpa

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