Dienstag, 07.07.2015

Lehrerin legt Revision gegen Freispruch ein

Justiz: Kollege soll sie vergewaltigt haben

Darmstadt/Kassel
Samstag, 09. 07. 2011 - 00:00 Uhr

Nach dem Freispruch für den Lehrer Horst Arnold, der unter dem Vorwurf der Vergewaltigung einer Kollegin fünf Jahre im Gefängnis war, geht das angebliche Opfer gegen das Urteil vor. »Wir haben Revision eingelegt«, sagte die Anwältin der Frau, Susanne Renner, gestern. Das Landgericht Kassel hatte den 52-Jährigen am Dienstag nachträglich wegen erwiesener Unschuld freigesprochen (wir berichteten).

Zu den Gründen für den Schritt wollte sich Anwältin Renner nicht äußern. Im Verfahren muss die Revision erst begründet werden, wenn das Urteil schriftlich vorliegt. Das dauert in der Regel mehrere Wochen. Danach hat die Partei vier Wochen Zeit, ihren Revisionsantrag zu erläutern.
Die 46-jährige Frau, die mittlerweile in Bielefeld unterrichtet, hatte ihren ehemaligen Kollegen beschuldigt, sie 2001 an der Gesamtschule in Reichelsheim (Odenwaldkreis) vergewaltigt zu haben. Der Biologielehrer war daraufhin 2002 vom Landgericht Darmstadt zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann aus Völklingen (Saarland) saß die Strafe vollständig ab.
Wegen neuer Beweise wurde der Prozess neu aufgerollt, der Fall ging an das Landgericht Kassel. »Es ist davon auszugehen, dass die Zeugin gelogen und die Geschichte von vorn bis hinten erfunden hat«, sagte der Kasseler Richter Jürgen Dreyer in seiner Urteilsbegründung.
Gegen die Lehrerin wird nun ermittelt, ihr drohen eine Haftstrafe wegen Freiheitsberaubung und die Suspendierung vom Dienst. dpa

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