Samstag, 29.08.2015

"TÜV Süd"-Siegel soll S&K veredelt haben

Mumaßlicher Millionen-Anlagebetrug S&K Donnerstag, 07.03.2013 - 02:12 Uhr

Willige Helfer oder dumme „Experten“? Ohne gewichtige Fürsprecher wäre der Erfolg der mutmaßlichen Millionen-Anlagenbetrüger von S&K wohl weniger möglich gewesen. Nachdem die Ex-Chefin der Zeitschrift „finanzwelt“ die Immobilien-Zocker vom Untermain und Frankfurt vermutlich gegen viel Bares seriös geschrieben haben soll, gerät auch der „TÜV Süd“ immer mehr in den Blickpunkt.

Bereits kurz nach der Großrazzia gegen S&K vor rund zwei Wochen schrieb die „Süddeutsche Zeitung“: „Der TÜV Süd soll das Referenzbuch der S&K überprüft haben, darin sind die Immobilien aufgeführt, die von S&K gehandelt wurden. Dieses TÜV-Siegel sorgte bei Anlegern für Vertrauen - zu Unrecht, wie es scheint.“
 
Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hat am Dienstag in Sachen „TÜV Süd“ nachgelegt. In einem Original-Ton heißt es in dem TV-Bericht: „Die TÜV-Prüfer stellen fest: die S&K-Gruppe verfüge über einen  Immobilienbestand im Verkehrswert von 101 Millionen Euro, der Kaufpreis habe bei 53 Millionen Euro gelegen.  Wie kommt der TÜV dazu, die Verdoppelung von Immobilienwerten innerhalb weniger Monate zu bescheinigen? Wir fragen nach beim TÜV Süd. Kein Interview.“
 
Der „TÜV-Süd“ verweigerte zwar ein Stellungsnahme vor der Kamera, schriftlich aber heißt es gegenüber „Frontal 21“ nebulös, die Prüfungen seien nur für „interne Zwecke“ gewesen. „Es gibt somit auch kein Zertifikat, das kommunikativ hätte verwendet werden dürfen“, schreibt „TÜV-Süd“. Verhindert haben die Prüfer die kommunikative Verwendung des Zertifikates allerdings offensichtlich auch nicht.
 
Genau dieses „TÜV Süd“-Zertifikat hat möglicherweise potenzielle Verkäufer der S&K-Anlagen so etwas wie Sicherheit und Seriosität vermittelt. „Frontal 21“ lässt einen Mann, der an einem Workshop für Spitzenverkäufer bei S&K teilgenommen habe, erzählen: „Hier bei dem Workshop da haben die Anwälte, Steuerberater, PR-Profis, jede Menge seriöse Leute aufgeboten. Die haben uns die rechtlichen Grundlagen erklärt. Immer wieder haben die den Hinweis gegeben, dass das Ganze TÜV-geprüft ist. Warum sollten wir dann irgendwelche Bedenken haben?“ Genau diese Bedenken hatten wohl viel zu wenige Anlagenberater – ob wegen des TÜV-Siegels oder womöglich wegen fachlicher Unzulänglichkeiten plus Gier.

Das von der Großrazzia gegen S&K ebenfalls betroffene Freudenberger Finanzberatungsunternehmen „Finop GmbH“ dürfte in der Region lange nicht der einzige Verkäufer von S&K-Anlagen gewesen sein. Gegenüber dem Main-Echo sagte der geschäftsführende Gesellschafter, Christoph Hofmann, jüngst: Er habe die Produkte der Frankfurter Immobiliengruppe „aus voller Überzeugung verkauft und stehe immer noch dazu“. Anleger haben Hofmanns Angaben zufolge über Finop bis zu 600.000 Euro in die des Betrugs verdächtige Frankfurter Firma S&K investiert.
 

mai
(Quellen: Süddeutsche Zeitung,
Wirtschaftswoche, Frontal 21)

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