Mittwoch, 13.12.2017

Aschaffenburg: Bahnhofssperrung nach vorgetäuschter Bombendrohung

Aufregung am Samstagabend

Aschaffenburg Sonntag, 03.12.2017 - 10:11 Uhr

Die scheinbare Bombendrohung eines 41-jährigen Obdachlosen hat am Samstagabend zu einer weiträumigen Sperrung des Aschaffenburger Hauptbahnhofes geführt.

Der Obdachlose hatte gegen 20.45 Uhr bei der Bundespolizei im Hauptbahnhof geklingelt und behauptet, in seinem Rucksack sei eine Bombe. Wie sich später herausstellte, hatte der Mann 1,4 Promille Atemalkohol und – in dem Rucksack waren nur Lebensmittel.

Bereits beim Eintreffen der ersten Streife gegen 21 Uhr kamen den Beamten Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Drohung. Grund dafür war laut Michael Zimmer, Sprecher der Polizei Unterfranken, das verdächtige Verhalten des Obdachlosen, der sich – wohl aufgrund des später festgestellten Alkohols im Blut – nur schwer verständlich artikulieren konnte.

Dennoch wurde gleichzeitig der Bahnhofsbereich von einem guten Dutzend herbeigezogener Streifenwagen weiträumig abgesperrt. Auch die Technische Sondergruppe, das Bombenräumkommando in Nürnberg, wurde vorsorglich benachrichtigt, ebenso waren Hundeführer des Operativen Ergänzungsdienstes vor Ort. Aufgrund der Gesamtumstände, so Zimmer, habe man sich vor Ort entschieden, einen Blick in den Rucksack zu werfen.

Dabei stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine Bombe, sondern um Lebensmittel handelt. Der Mann wurde wegen Vortäuschen einer Straftat vorläufig festgenommen, die Sperrungen aufgehoben. Des Weiteren wurde eine Blutentnahme veranlasst.

»Gerade in diesen Zeiten so etwas vorzutäuschen, ist alles andere als ein Spaß«, kommentierte Polizeisprecher Zimmer den Vorfall. Der Mann habe unbestritten einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst und für die Sperrung des Hauptbahnhofes gesorgt.
Erst am Samstagmorgen hatte die Polizei Unterfranken nach dem Bombenalarm auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam dazu aufgerufen, herrenlose oder verdächtige Gepäckstücke oder Taschen zu melden. Weiter hieß es, »sich aus polizeilicher Sicht die Sicherheitslage für den Regierungsbezirk Unterfranken nicht verändert hat«. Es lägen keine konkreten Gefährdungshinweise vor, aufgrund der fortlaufenden Lagebeurteilung gebe es auch keine Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen«.  Thomas Giegerich
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