Dienstag, 24.10.2017

A3: Bus fährt auf Laster auf und wird aufgerissen

Folgenschwerer Leichtsinn

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10.10.2017 - BAB3, Weibersbrunn - Busunfall (© Ralf Hettler)

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Aschaffenburg Mittwoch, 11.10.2017 - 08:05 Uhr

Für erhebliche Behinderungen sorgte ein Busunfall am späten Dienstagabend auf der A3 Richtung Frankfurt. Ein Linienbus war hier auf einen parkenden Lastzug aufgefahren.

Der Busfahrer erlitt dabei schwere Verletzungen.

Kurz vor seinem Fahrtziel in Hösbach traf ein 35-jähriger Lkw-Fahrer aus dem Landkreis Cham in der vergangenen Nacht auf der A 3 bei Weibersbrunn eine folgenschwere Entscheidung: weil er seine Lenkzeitpause einlegen musste, hielt er gegen 23.10 Uhr -  obwohl es zu seinem Fahrtziel nur noch rund 14 Kilometer waren - in Fahrtrichtung Frankfurt kurzerhand mit seinem 40-Tonner am Ende des Beschleunigungsstreifens der Anschlussstelle Weibersbrunn an.

Exakt 26 Minuten nach dem Anhalten kam es zu einem Auffahrunfall auf das stehende Fahrzeug. Ein Linienbus aus dem Landkreis Aschaffenburg fuhr von Weibersbrunn kommend an der Auffahrt auf die A 3 auf und prallte aus noch nicht geklärter Ursache mit großer Wucht leicht links versetzt auf das Heck des Lkw-Anhängers. Dabei wurde der mit 10 Tonnen Nähgarn beladene parkende Zug nach vorne geschleudert. Gleichzeitig bohrten sich Teile des Aufbaus des Anhängers weit in den rechten Fahrgastraum des Omnibusses. Zum Glück befanden sich im letzten Bus der Linie keine Fahrgäste mehr.

Der 37-jährige Busfahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Er konnte sich noch selbst aus seinem total zerstörten Bus befreien. Kräfte des Rettungsdienstes transportierten ihn nach Aschaffenburg ins Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nach ersten Erkenntnissen nicht. Für den Fahrer war es wohl lebensrettend, dass der Bus seitlich versetzt auf das Heck des Zuges prallte. Der Lkw-Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Beide Unfallfahrzeuge mussten mit schwerem Gerät abgeschleppt werden.

Die A 3 war zunächst kurz voll gesperrt, anschließend konnte der Verkehr einspurig auf dem dritten Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeifließen. Die beiden anderen Fahrstreifen und der Standstreifen waren bis zum Ende der Bergungs- und Reinigungsarbeiten für etwa fünf Stunden gesperrt. Es kam zu Behinderungen. Vor Ort eingesetzt waren auch Kräfte der Feuerwehren aus Weibersbrunn und Waldaschaff. Sie sicherten die Unfallstelle, leuchteten sie aus und reinigten die Fahrbahn. Die Schadenshöhe beläuft sich auf etwa 230.000 Euro. Zur Klärung der Unfallursache, insbesondere zur Frage, ob der abgestellte Lastzug beleuchtet war oder nicht, wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein Sachverständiger hinzugezogen. Ferner wird geprüft, ob der Busfahrer durch äußere Umstände soweit abgelenkt war, dass er den stehenden Lkw übersehen hat. Hierfür kommen insbesondere die modernen Kommunikationsmittel in Frage.

Auf den Lkw-Fahrer kommt ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs durch vorsätzliches Falschparken auf der Autobahn zu.

Zu dem Unfall sucht die Autobahnpolizei in Aschaffenburg-Hösbach Zeugen, die Angaben machen können, ob vor dem Unfall an dem geparkten Lkw die Beleuchtung eingeschaltet war und in welcher Weise. Ferner könnte es vorgekommen sein, dass weitere an der Anschlussstelle auffahrende Verkehrsteilnehmer oder Vorbeifahrende von dem auf dem Beschleunigungsstreifen geparkten Lkw behindert oder gefährdet wurden. Auch diese werden dringend gebeten, sich unter Telefon 06021/857-2530 zu melden.

Originalmeldung Verkehrspolizei Aschaffenburg-Hösbach

 

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