Dienstag, 20.02.2018

Alkoholisierte Jugendliche an der Tagesordnung

Polizei Unterfranken zieht Bilanz zum Fasching

Mittwoch, 14.02.2018 - 16:21 Uhr

Auch in diesem Jahr musste die Polizei Unterfranken zu zahlreichen Einsätzen rund um das Treiben der Narren ausrücken. Vor allem Alkohol und Reizgas sind dabei die Gründe gewesen.

Nach der Kontrolle von etwa 6.800 Fahrzeugen im Straßenverkehr und der Kontrolle von diversen Veranstaltungen zieht die Polizei insgesamt eine positive Bilanz. Die Unterfränkische Polizei hatte zahlreiche Faschingsveranstaltungen begleitet und gezielt Kontrollen in Sachen Alkohol im Straßenverkehr und Jugendschutz durchgeführt. Der Großteil der unterfränkischen Närrinnen und Narren hatte am Faschingswochenende ausgelassen aber friedlich gefeiert und der Polizei keine Arbeit beschert.

Einige Jecken, meist nach übermäßigem Konsum von Alkoholika, hatten jedoch über die Stränge geschlagen. Hier galt es für die Beamten sich Streitigkeiten sowie Körperverletzungsdelikten und weiteren Straftaten anzunehmen oder sich gemeinsam mit dem Rettungsdienst um hilflose Personen zu kümmern. Die Betreuung von stark alkoholisierten, meist jugendlichen, Personen gehörte am Faschingswochenende leider auch 2018 zur Tagesordnung.

Neben Alkohol war auch Pfefferspray dieses Jahr ein Thema, das die Polizei beschäftigt hatte. Mehrmals war solches Spray ohne erkennbaren Grund eingesetzt worden und es hatte jeweils zu leichten Verletzungen wie Augenreizungen bei umstehenden Personen geführt. Die Polizei betont nochmals, dass hier eine Straftat vorliegt und in jedem Fall Ermittlungen eingeleitet werden.

Gegen Streifenwagen gespuckt

Beim größten Faschingszug am bayerischen Untermain waren etwa 45.000 Zuschauer anwesend. Die Aschaffenburger Polizei hatte gerade mit jüngeren Narren zu kämpfen, die Hinweisschilder zerbrachen, gegen einen Streifenwagen spuckten oder Beleidigungen gegen die Ordnungshüter aussprachen. Erst nachdem sich die Feiernden in Gaststätten und Kneipen begeben hatten, wurde es auf den Aschaffenburger Straßen ruhiger.

Zu einem kuriosen Einsatz wurden die Polizisten gerufen, als ein als Bär kostümierter Mann mit der Aufschrift „Ich will nur spielen“ die Fensterscheibe eines Aschaffenburger Reisebüros eingetreten und Schaden in Höhe von etwa 2.000 Euro verursacht hatte.

Auch nach dem Faschingsumzug in Alzenau kam es nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol zu Streitigkeiten. Hier mussten die Beamten im Stadtteil Wasserlos bei einem Konflikt zwischen Jugendlichen vermitteln und im Anschluss wegen Körperverletzung ermitteln.

17 Unfälle durch Alkohol am Steuer

Keine Überraschung waren für viele Verkehrsteilnehmer die intensiven Kontrollen im Straßenverkehr. Die Beamten hatten sich dabei auf Alkoholkontrollen konzentriert und insgesamt auch 67 (72 - Vorjahreswerte in Klammern) alkoholisierte Fahrzeugführer aus dem Verkehr gezogen. 20 (17) Autofahrern wurde vorsorglich der Schlüssel sichergestellt, bevor sie sich betrunken ans Steuer setzen konnten. Bei 29 (32) Pkw-Fahrern am Steuer stellten die Beamten einen Wert zwischen 0,5 und 1,09 Promille fest. Diese erwartet nun jeweils ein Ordnungswidrigkeitenverfahren und dementsprechende Fahrverbote. 38 (32) Fahrzeuglenker wurden mit Werten von 1,1 Promille und darüber gestoppt. Hier lag die Straftat Trunkenheit im Verkehr vor und es droht der Entzug der Fahrerlaubnis.

Durch Alkohol am Steuer war es zu insgesamt 17 (9) Verkehrsunfällen gekommen, bei denen auch zehn Personen verletzt wurden. Hier ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr angestiegen und allein dies zeigt, wie essentiell die gezielten Verkehrskontrollen der Polizei sind.

27 (30) Fahrer waren gänzlich ohne Führerschein unterwegs und müssen mit einer Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis rechnen. In 29 (22) Fällen stellten die Polizisten noch an Ort und Stelle den Führerschein der alkoholisierten Fahrer sicher und 29 (42) Fahrzeugführer standen offensichtlich unter Drogeneinfluss. Hier sind die Zahlen erfreulicherweise rückläufig.

Zahlreiche Jugendliche stark alkoholisiert

Auch 2018 hat die Unterfränkische Polizei wieder in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jugendämtern gezielt Kontrollen zum Thema Jugendschutz durchgeführt. Nachdem die Zahl der stark alkoholisierten Jugendlichen von 2016 auf 2017 stark angestiegen war, hatte man gerade in diesem Jahr die Abgabe von Alkohol an Jugendliche sowie den Aufenthalt auf Tanzveranstaltungen besonders im Blick. Hier gibt es im Vergleich zum Vorjahr mit 46 (68) Anzeigen insgesamt weniger Verstöße als im Jahr 2017 zu melden.

Bedenklich ist, dass unterfränkische Polizisten wie auch bereits im Vorjahr vermehrt bei den zahlreichen Faschingszügen in Stadt und Landkreis stark alkoholisierte Jugendliche feststellten, die teilweise zur Behandlung in Kliniken gebracht werden mussten. Die Jugendlichen hatten meist Mixgetränke mitgeführt und sich damit erschreckend hohe Promillewerte angetrunken.Die Jugendschutzkontrollen, die fester Bestandteil der Sicherheitskonzepte sind, waren somit notwendig und werden daher weiterhin ein Steckenpferd der Unterfränkischen Polizei bleiben – und das nicht zur Faschingszeit.

Sicherheitskonzepte haben sich bewährt

Auch wenn der Großteil der Faschingsbegeisterten die fünfte Jahreszeit friedlich und fröhlich begangen hatte, fiel in diesem Jahr dennoch die durch Alkohol verursachte hohe Einsatzzahl auf. Ordnungs- und Sicherheitsstörungen hatte die Unterfränkische Polizei stets rasch im Griff, dies zeigt, dass die Sicherheitskonzepte sich bewähren. Durch starke Präsenz rund um Veranstaltungen und gezielte Kontrollen wurde das Ziel, für Sicherheit zu sorgen, auch in diesem Jahr erreicht. Die Unterfränkische Polizei bedankt sich bei allen Närrinnen und Narren, die maßvoll, aber nicht weniger fröhlich gefeiert haben.

vd/Polizei Unterfranken

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