Dienstag, 26.09.2017

Geocacher finden Skelett im Main-Spessart-Kreis

Polizei Unterfranken

(© Sylvia Schubart-Arand)

mit Bildergalerie

Gräfendorf Mittwoch, 06.09.2017 - 14:51 Uhr

In einem Waldgebiet bei Gräfendorf haben Geocacher am Dienstagabend ein menschliches Skelett gefunden. Die Identität des Leichnams ist derzeit noch unklar.

Auf der Suche nach neuen Verstecken für eine elektronische Schnitzeljagd haben zwei Männer in einem Waldgebiet in Gräfendorf (Main-Spessart-Kreis) ein menschliches Skelett gefunden. »Ein Gewaltverbrechen können wir momentan nicht ausschließen«, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Der Körper lag in einer etwa ein Meter breiten Röhre unterhalb einer nie fertiggestellten Autobahn aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ob die Leiche in diesem sogenannten Wasserdurchlass eher versteckt oder leicht erkennbar lag, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.
»Man kann sicher davon ausgehen, dass der Körper mehrere Jahre dort gelegen hat«, sagte der Sprecher. Die Ermittlungen zur Todesursache und zur Identität des Leichnams laufen. Auch Spezialisten des Landeskriminalamtes wurden hinzugezogen.

Die beiden Männer waren am Dienstagabend in dem Waldgebiet etwa 50 Kilometer nördlich von Würzburg zu Fuß auf der Suche nach neuen Verstecken für das sogenannte Geocaching, einer elektronischen Schnitzeljagd. Dabei wird per GPS-Signal nach konkreten Orten gesucht. Meist sind dort Behälter mit kleinen Schätzen versteckt.

Erinnerung an alten Fall

Der Gräfendorfer Bürgermeister Alfred Frank ist nach dem Fund des skelettierten Leichnams in seiner Gemeinde erschüttert. Es sei unfassbar, dass man eine Leiche findet, die vermutlich schon seit Jahre dort liegt.
 
Er erinnert sich noch an den Fall einer im November 2005 verschwundenen jungen Frau. Die vierfache Mutter aus dem benachbarten Burgsinn verschwand und bis heute gibt es keinen Hinweis auf den Verbleib der damals 27-Jährigen. Den Vermisstenfall bezeichnete damals Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager als mysteriös. Vielen Hinweisen wurden damals erfolglos nachgegangen, aber die Polizei tappte im Dunkeln.

dpa/sys

 

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