Dienstag, 30.08.2016

Von der Interessengemeinschaft zum Verein für Bürger

Jubiläum: Vor 25 Jahren gründeten die Freien Wähler Goldbach ihren Verein - Derzeit 200 Mitglieder

Goldbach Mittwoch, 15.04.2015 - 00:00 Uhr

Ob Spiel­fest, Floh­markt, der Ad­vents­treff »Gold­bach glänzt« oder das Kul­tur­früh­s­tück - die Freie Wäh­l­er­ge­mein­schaft Gold­bach (FWG) hat es sich auf die Fah­nen ge­schrie­ben, et­was für die Bür­ger der Ge­mein­de zu tun, aber oh­ne Par­tei­be­ein­flus­sung »von oben«, wie die Mit­g­lie­der des Ve­r­eins sa­gen. Vor 25 Jah­ren wur­de er ge­grün­det.

»Die Freien Wähler als politische Gruppierung gab es freilich schon seit 1960 in Goldbach, aber es war lediglich eine lose Interessengemeinschaft, die alle sechs Jahre zur Kommunalwahl wie Phönix aus der Asche stieg«, erinnert sich Mitglied Peter Zobel.
Zwölf Gründungsmitglieder
Der Verein sollte nun als unabhängiges Forum nicht nur die Interessen der Bürger vertreten, sondern auch die eigenen Gemeinderäte bei ihrer Arbeit unterstützen, erklärt Zobel. So verwundert es auch nicht, dass unter den zwölf Gründungsmitgliedern, die sich am 14. Dezember 1989 in der Bacchusstube trafen, mehrere waren, die schon für die Freien Wähler kandidiert hatten.
Zum Vorsitzenden wählten die Vereinsmitglieder Erwin Albert, der seit 1966 regelmäßig für die Freien Wähler kandidierte und inzwischen Ehrenmitglied ist. Sein Stellvertreter wurde Peter Zobel. Offenbar kam die Vereinsarbeit bei den Bürgern an: »Bei der Kommunalwahl 1990 wurden drei Freie Wähler in den Gemeinderat gewählt; das hatten wir zuletzt 1960 geschafft«, sagt Zobel.
Ebenfalls 1993 rief die FWG, deren Vorsitzender inzwischen Hinrich Hofer war, das Spielfest ins Leben, dessen Reinerlös bedürftigen Kindern in der Gemeinde zugute kam. Es stieß auf soviel Anklang, dass es seitdem jährlich stattfindet. Zwei Jahre später organisierte die FWG einen Flohmarkt auf dem Rathausplatz. Auch dieser hat inzwischen Tradition und soll 2015 erstmals als Nachtflohmarkt stattfinden.
Es folgte der Adventstreff »Goldbach glänzt«, dessen Erlös die Nachbarschaftshilfen der beiden Pfarreien erhalten, der Kappenabend und schließlich vor zwei Jahren das Kulturfrühstück, dessen Programm auch parteiübergreifend gestaltet wird. Dass die Freien Wähler seit 2002 mit Thomas Krimm einen eigenen Bürgermeister stellen, sehen sie als das Ergebnis einer erfolgreichen Teamarbeit aller FWG-ler an, wie in der Chronik zu lesen ist. 2014 musste die FWG die absolute Mehrheit im Rat wieder abgeben: Die Fraktion verkleinerte sich von elf auf sieben Sitze.
Junge Leute gesucht
Grund genug, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. »Wir müssen junge Leute finden, die uns unterstützen«, nennt FWG-Mitglied Dietrich Maronde einen Aspekt. Junge Menschen, wie Nicky Herzog. Der 36-Jährige ist seit einem Jahr dabei. »Ich möchte mich für den Ort einsetzen, in dem ich lebe«, begründet er seine Entscheidung, dem 200 Mitglieder zählenden Verein beizutreten.
Als weitere Ziele nennen die drei Mitglieder eine bessere Vernetzung von Verein und Gemeinderäten und die Unterstützung der Workshopreihe »Goldbach 2030«, bei der die Bürger die Zukunft ihrer Gemeinde mitgestalten können. »Das ist ganz nach dem Geschmack der Freien Wähler«, begründet Dietrich Maronde. Nina Beckmann-Höhenberger

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63773 Goldbach