Mittwoch, 28.09.2016

Balsam für die Unternehmer-Seele

Mittelstandstag: Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau ehrt Edwin Kissel und Bock-Machining-Chefs mit Gründerpreis

Aschaffenburg Freitag, 11.10.2013 - 00:00 Uhr

Mut, In­i­tia­ti­ve, Krea­ti­vi­tät - das sol­len Un­ter­neh­mer zei­gen, dann klappt‘s mit dem Er­folg. So lau­tet das Re­zept, das die Buch­au­to­rin und Be­ra­te­rin An­ja Förs­ter am Mitt­woch­a­bend den zahl­rei­chen Ge­schäfts­füh­r­ern beim 7. Mit­tel­stands­tag der Spar­kas­se Aschaf­fen­burg-Al­zenau im Mar­tin­haus aus­s­tell­te. Die­se Ei­gen­schaf­ten be­herz­ten wohl auch die Un­ter­neh­mer, die an die­sem Abend ge­ehrt wur­den.

Schon seit 2008 vergibt die Sparkasse den mit 3000 Euro dotierten Aschaffenburger Gründerpreis - als regionale Variante der bundesweiten Auszeichnung. In der Kategorie »Aufsteiger« durften sich heuer Marianne und Stefan Bock freuen. Sie leiten die Bock-Machining-GmbH in Niederdorfelden (Main-Kinzig-Kreis), die 2010 aus der Dieter-Schott-Werkzeugbau-GmbH hervorgegangen ist.
Firmen retten, Jobs retten
Genau dies hob Sparkassen-Vorstandsmitglied Jürgen Schäfer bei der Veranstaltung unter dem Motto »Mittelstand - Alles, außer gewöhnlich« hervor. Während in den vergangenen Jahren Aufsteiger geehrt wurden, die ganz neue Unternehmen schufen, richtete die Sparkasse heuer bewusst den Blick auf Firmen, die in der Nachfolge eines vorhandenen Betriebes entstanden sind. Aus gutem Grund: Durch Geschäftsaufgaben fallen laut Schäfer jährlich 300 000 Arbeitsplätze weg - dem aber kann mit einer Weiterführung begegnet werden.
Marianne und Stefan Bock gingen dabei noch einen Schritt weiter. Um das volatile Geschäft zu stabilisieren, starteten sie zusätzlich den Geschäftsbereich Sonderdichtungen. Die Umsatzzahlen geben ihn Recht - und mit ihnen stieg die Beschäftigtenzahl auf inzwischen 35, darunter acht Auszubildende. Vier bis fünf kommen 2014 hinzu, dann wird das Unternehmen von Niederdorfelden nach Alzenau umziehen. Dabei hebt Maschinenbau-Ingenieur Bock hervor: »Der Erfolg ist auch unserem motivierten Team zu verdanken.«
Weitsicht, Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit zeichnen nach Angaben von Sparkassen-Vorstand Schäfer Edwin Kissel aus, der den Gründerpreis in der Kategorie »Lebenswerk« erhielt. Der inzwischen 78-jährige Geschäftsführer der Spedition Kissel begann 1979 als »bahnamtlicher Rollführer« in Aschaffenburg. Stetig stieg in den Folgejahren die Zahl der Mitarbeiter und Fernverkehrszüge - auf inzwischen 160 Personen und 35 Fernverkehrszüge. Gerade erst wurde die Kissel GmbH als einer der drei besten Partner der Logistikkooperation Cargoline mit einem Pokal gewürdigt.
Dazu gesellt sich nun die Gründerpreis-Statue, die beim Mittelstandstag an Edwin Kissel sowie Marianne und Stefan Bock überreicht wurden.
Keine Euro-Krise
Zufrieden dürften an diesem Abend aber auch die gut 300 Gäste gewesen sein. Skizzierten doch sowohl Sparkassen-Chef Heinz Danner als auch Gastrednerin Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, ein insgesamt sehr positives Bild der wirtschaftlichen Lage. Von einer Euro-Krise will Traud ohnehin nicht reden. »Wenn, dann von einer Schuldenkrise.« Die Ökonomin sieht allerdings auch in Ländern wie Spanien oder Italien hoffnungsvolle Zahlen. Sorgen bereiteten ihr vielmehr die USA, die vor der Staatspleite stünden.
Für Deutschland erwartet die Volkswirtin 2014 zwei Prozent Wachstum und leicht steigende Zinsen. Ihr Rat an Unternehmer: »Wer investieren will, sollte es bald tun.« Deutlich sprach sie sich auch gegen Steuererhöhungen aus - der Staat verfüge über ausreichende Einnahmen. Nicht nur das dürfte Balsam für die Seelen der Geschäftsführer gewesen sein, sondern auch ihr klares Nein zu Mindestlöhnen. Andre Breitenbach

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