Montag, 11.12.2017

Ab in die Luft

Montag, 27.11.2017 - 14:55 Uhr

Bis heu­te fas­zi­nie­ren die Schif­fe der Lüf­te Groß und Klein. Wer mehr über ih­re Ge­schich­te und Be­son­der­hei­ten er­fah­ren möch­te, der ist in Zep­pelin­heim, ei­nem Orts­teil von Neu-Isen­burg rich­tig. Hier steht ein klei­nes, fei­nes Zep­pe­lin­mu­se­um. 300 Quad­r­at­me­ter, die schon von au­ßen an ein Luft­schiff er­in­nern: Der luf­ti­ge, an­ge­run­de­te Bau er­hielt zur Fer­tig­stel­lung 1988 so­gar ei­nen Ar­chi­tek­tur­preis.

Auf einer großen Ausstellungsfläche mit vielen historischen Fotografien, Modellen der Zeppelintypen, Originalausstattungen vom Porzellan über alte Speisekarten und Wissenswertem rund um den Erfinder Graf Zeppelin wird ein vergangenes Kapitel der Luftfahrtsgeschichte wieder lebendig. Ein Kapitel, das recht kurz war. Lediglich zwischen 1900 und 1940 wurden die behäbigen Luftschiffe nämlich im großen Stil eingesetzt - zur Personenbeförderung und für militärische Zwecke. Die Hindenburg, die 1937 bei der Landung im US-amerikanischen Lakehurst zerstört wurde, war sicherlich das grandioseste Projekt von allen. Sie galt als Grand Hotel der Lüfte - und im Zeppelinmuseum bekommt man einen Eindruck von ihrer Pracht.
Da ist zum Beispiel ein begehbares Modell des Promenadendecks mit seinen schräg gestellten Panoramafenstern, aus denen man die Landschaft vorüberziehen sah.
Oder Teile des hochwertigen Porzellans, aus dem man im mit Seide bespannten Speisesaal zu Pianomusik das Dinner einnehmen konnte. Oder Speisekarten von damals - mit feiner Kalbskeule und Fischfilets mit Mayonnaise. Mit einem Zeppelin zu reisen war ein Vergnügen für die oberen Zehntausend. Zahlreiche Fotos der Reisenden belegen, in welchem Luxus die Passagiere damals schwelgten.
Und auch die Besatzung konnte sich nicht beschweren: Ein Foto zeigt sie in voller Uniform bei einem Ausflug an den Zuckerhut in Rio de Janeiro. Die Luftschiffe waren damals die Brücken zur Welt, ermöglichten bequemes Reisen selbst über den Atlantik. Der Besucher des kleinen Museums taucht aber nicht nur ein in vergangene, mondäne Zeiten, sondern erlebt auch allerhand Kurioses: So erfand der Frankfurter Metzgermeister Stephan Weiss im Jahr 1909 die Zeppelinwurst. Die feine Leberwurst schickte er dem Grafen Zeppelin - und der war begeistert und gab die Erlaubnis für die Produktion unter seinem Namen. Diese Luftnummer auf Brot versprach auch den ganz einfachen Leuten ein bisschen Zeppelin für zu Hause.