Montag, 19.02.2018

»Als Opa kann man wieder Kind sein«

Montag, 29.01.2018 - 15:35 Uhr

Kin­der brau­chen viel Ge­las­sen­heit, Zeit, Nach­sicht und Lie­be Mit an­de­ren Wor­ten: Et­was, wo­von Oma und Opa viel ha­ben und viel ab­ge­ben kön­nen. Fin­det Die­trich von Horn, Va­ter zwei­er Töch­ter und Opa von vier En­keln. In sei­nem Buch »Oma, Opa, kann ich ein Eis?!« sch­reibt der 73 Jah­re al­te pen­sio­nier­te Leh­rer wit­zig und lie­be­voll über das Glück, En­kel zu ha­ben.


Was haben Sie von Ihren Enkeln gelernt?
Dass man unverstellt neugierig und vorurteilslos auf die Welt zugeht, im Augenblick lebt, egal was vorher war und nachher kommt.

Was ist das Beste am Opasein?
Dass man die Muße hat, sich mit den Enkelkindern intensiv zu beschäftigen.

Und das Schwierigste?
Für mich ist eigentlich nichts schwierig, weil ich in der komfortablen Situation bin, mich mit meinen Kindern sehr gut zu verstehen und ich noch körperlich und auch geistig einigermaßen fit bin. Glaube ich zumindest.

Sollen sich Großeltern in die Erziehung einmischen? Sie sollten sich grundsätzlich nicht einmischen in die Erziehung der Eltern. Das ist ganz allein die Aufgabe der Eltern. Nur wenn sie um Rat gefragt werden, sollten sie ihre Meinung sagen. Sollten aber nicht beleidigt sein, wenn die Eltern nicht darauf eingehen.
Ein Großeltern-Privileg?
Dass man jede Nacht ungestört durchschlafen kann und sich nicht um Albträume und Krankheiten der Enkel kümmern muss.

Was sollten Großeltern nie machen?
Sie sollten auf keinen Fall den Eindruck vermitteln, dass, wenn die Mutter oder der Vater »Nein« sagen, man derjenige ist, der das unterläuft.

Wie hat sich Ihre Beziehung zu Ihren Töchtern verändert, seit Sie Opa sind?
Früher war ich verantwortlich für das Wohl und Wehe der Töchter, musste erzieherisch auf sie einwirken. Heute ist die Beziehung eher eine partnerschaftlich-beratende.

Um was beneiden Sie die heutige Eltern-Generation nicht?
Heute ist es schwieriger, Karriere und Kind unter einen Hut zu bringen. Die Anforderungen der Gesellschaft werden immer komplexer. Ich beneide sie nicht, weil die Zukunftsängste für die eigenen Kinder gewachsen sind. Werden sie später zurechtkommen und im Alter versorgt sein?

Warum ist das Leben mit Enkelkindern so aufregend?
Gezwungenermaßen wird man aus seiner Trägheit herausgerissen. Man kann wieder Kind sein, herumalbern, auf Spielplätze gehen und an der Reckstange ausprobieren, ob man noch Klimmzüge schafft.